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Godwin
Der sanfte Weg

Gespräche mit

GODWIN SAMARARATNE



aufgeschrieben von LEUNG YUK-CHING

Hongkong 1997

 

Der 2. Tag -Aufmerksamkeit

Der 3. Tag - Materialismus

Der 4. Tag - Atemmeditation

Der 5. Tag -Liebende Güte

Der 6. Tag - Gefühle

Der 7. Tag - Meditataion im Alltag

Der 1. Tag
 

   

 

 

 

"Ich freu mich, so viele altbekannte Gesichter zu sehen, ein paar alte Freunde und ich freu mich auch, so viele neue Gesichter zu sehen.

   Ich schlage vor, dass ich heute darüber rede, warum wir meditieren sollten, und dann können wir darüber diskutieren. Nach der Diskussion können wir eine Weile meditieren, und zum Schluss werden wir in Pali und chinesisch chanten.


    Die Frage ist also: warum sollten wir meditieren? Was ist die Bedeutung der Meditation? Warum hat sie einen so hohen Stellenwert in der Lehre des Buddhas? Das sind einige der Fragen, die ich in diesem Gespräch erläutern möchte.


    Das Wort Meditation kommt von dem Pali-Wort "Bhavana", das heisst, den Geist zu kultivieren, zu entwickeln, geistige Kultur. Der Schwerpunkt ist also auf dem Geist.

   Wenn man buddhistische Texte liest, ist man erstaunt über die tiefen Einsichten des Buddhas in den menschlichen Geist. Es überrascht, dass er diese Einsichten schon vor 2600 Jahren hatte. Tatsächlich sind morderne Psychologen und Psychotherapeuten sehr von den Erkenntnssen Buddhas über den menschlichen Geist beeinflusst.


    Der Grundgedanke der Meditation wurde von einem Schriftsteller einmal so ausgedrückt: "Den Geist erkennen, formen und befreien."

   Den Geist zu kennen, heisst zu erkennen, wie er arbeitet. Wenn wir unseren Geist nicht kennen, sind wir wie Maschinen. Deshalb ist es so sehr wichtig, zu wissen, zu verstehen, wie unser Geist funktioniert, und wenn wir unseren Geist kennen, können wir ihn formen.

   Den Geist zu formen, bedeutet, die Herrschaft über unseren Geist zu entwickeln, und wenn wir diese Fähigkeit nicht entwickeln, werden wir Sklaven unseres Geistes. Und wenn wir Sklaven unseres Geistes sind, dann können Gedanken und Gefühle uns beherrschen, und das Ergebnis ist mehr und mehr Leiden.

   Deswegen ist es so sehr wichtig zu lernen, den Geist zu formen, und wenn du lernst, den Geist zu formen, kannst du den Geist befreien. Also, der Wert der Meditation besteht darin, einen Geist zu entwickeln, der frei ist und glücklich, einen Geist, der friedlich ist und voller liebender Güte.


    Es ist interessant, dass wir Dinge tun, um den Körper gesund zu halten. Wir füttern unseren Körper und halten ihn sauber und wenn der Körper krank wird, gehen wir zum Arzt und lassen ihn heilen. Wir tun so viel, um den Körper gesund zu halten. Eine interessante Frage ist: Was tun wir, um unseren Geist gesund zu halten? Habt ihr jemals über diese wichtige Frage nachgedacht?

   Wir müssen uns klar daüber sein, was unseren Geist krank macht. Was sind die Symptome eines kranken Geistes? Meditation heisst, von diesen Krankheiten zu lernen und einen völlig gesunden Geist zu entwickeln. In mancher Beziehung tragen Gefühle dazu bei, den Geist krank zu machen. Ich möchte ein paar dieser Gefühle aufzählen, und ich bin sicher, dass wir sie alle hier kennen: Besorgnis, Stress, Angst, Unsicherheit, Trauer. Ich könnte eine lange Liste aufzählen, und, wie gesagt, ihr kennt sie alle aus Erfahrung. 

   Manchmal merken wir nicht, dass sie unseren Geist krank machen. Wenn wir das nicht wissen, müssen wir weiter mit der Krankheit leben, und finden keine Möglichkeit der Heilung. In einem unserer Gespräche werden wir über Gefühle reden, und ich werde zeigen, wie Meditation uns hilft, mit unseren Gefühlen zu arbeiten. Ich werde ein paar ganz praktische Wege vorstellen, mit diesen unangenehmen Gefühlen zu arbeiten, und uns schliesslich von ihnen zu befreien.


    Ein anderer, sehr wichtiger Aspekt der Meditation ist, dass Meditation uns hilft, Dinge zu erfahren, die in uns entstehen. Manche Menschen kennen die Lehren Buddas ganz genau, aber sie haben nichts vom Buddhismus erfahren, weil sie nicht meditiert haben. Sie sind wie Leute, die Mahlzeiten kennen, aber kaum den Geschmack des Essens erfahren haben. So, Meditation hilft uns, den Geschmack kennenzulernen, und wenn du ihn kennst, bekommst du einen eigenen Gschmack für die Freiheit des Geistes. Und du kannst erfahren, wie es ist, sich selbst zu befreien.


    Dazu gehört noch ein weiterer Punkt, nämlich dass Meditation uns hilft, vollkommen für uns selbst verantwortlich zu sein. Beim Meditieren erkennst du, dass du die Verantwortung hast, für das, was in deinem Geist passiert. Manchmal nenne ich Meditation die Medizin für die Krankheiten, die wir selbst verursacht haben. Wenn wir die Krankheit selbst verursachen, müssen wir auch selbst die Medizin finden. Wenn du krank bist und dich selbst heilen willst, kannst du nicht den andren sagen, sie sollen die Medizin nehmen.

   Buddha betont diesen Punkt ganz besonders: selbst verantwortlich zu sein, sich auf die eigenen Bemühungen zu verlassen. Der Buddha sagt: Das eigene Bemühen ist das beste. Und wenn wir dieses Bemühen entwickeln, wenn wir selbst verantwortlich sind, dann werden wir sehr selbstbewusst. Wir haben Zuversicht und wenn wir dann sehen, dass die Medizin uns hilft, haben wir mehr Vertrauen in die Medizin, und das gibt uns auch Vertrauen und Glauben in die Person, die die Medizin entdeckt hat.


    So weit habe ich euch von einigen Aspekten, einigen Vorteilen der Meditation erzählt. Und ich hab versucht zu erklären, wie wichtig Meditation ist. Ich habe versucht, die Frage zu beantworten, warum es wichtig ist zu meditieren. Ich würde jetzt eine Pause machen, und wenn es danach Fragen zu dem gibt, was ich über Meditation gesagt habe, dann können wir die diskutieren. Also bitte fragt!

   Wenn ich versuche, Kindern Meditation beizubringen, sage ich ihnen manchmal: Meditation heisst, sich selbst Fragen zu stellen und selbst die Antworten zu finden. Fragen wie: "Warum werden wir ärgerlich? Wie entsteht Stress?" Meditatioon ist so eine Art Try und Error, um solche Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Deswegen möchte ich, dass ihr Fragen stellt und wir versuchen, sie selbst zu beantworten."

Frage:

    "Manchmal meditiere ich vor dem Einschlafen. Dann spüre ich beim Einschlafen eine Art Vibration in meinem Kopf, als wenn mich jemand geschlagen hätte, aber es tut nicht weh. Was passiert da? Warum passiert das?"

Godwin:

    "Beim meditieren geschehen viele Dinge in unserem Geist und in unserem Körper, manchmal sehr sehr ungewöhnlich und merkwürdig. Das Wichtige, das wir in der Meditation lernen ist: Was immer in unserem Körper und Geist geschieht, einfach nur zu wissen, es geschieht. Zu lernen, es zu akzeptieren, nicht darauf zu reagieren. 

   Es gibt verschiedene Stufen der Meditation, also wirst du verschiedene Zustände erfahren. Manchmal hilft es nicht unbedingt, den Grund für etwas zu erkennen, sondern es ist besser, sich damit anzufreunden und als Lernerfahrung anzusehen statt als Problem oder Schwierigkeit.

   Was ich vorschlagen möchte ist also, was immer während der Meditation geschieht, auch wenn es manchmal unangenehm ist, es einfach nur wahrzunehmen. Es ist nur ein Gefühl, und dann einfach zu sagen: es ist okay, und sich damit anzufreunden, und dann wird es aufhören. Versuch es einmal so."

Frage:

    "Ich finde den Punkt wie Kinder meditieren interessant. Ich würde gerne mehr darüber lernen, wie man Kinder Meditation lehrt. Erstens möchte ich fragen, wie Kinder das Konzept von Meditation aufnehmen, und wie sie meditieren. Und die zweite Frage ist: Du hast gerade erwähnt, dass der Weg, Meditation zu lernen ist, zu lernen, sich selbst Fragen zu stellen und sie zu beantworten. Wenn wir uns Fragen stellen, was machen wir dann?"

Godwin:

    "Also, die erste Frage ist über Meditation für Kinder. Es ist interessant, wenn man versucht, Kinder Meditation zu lehren. Das hat mir ermöglicht, von den Kindern zu lernen, weil sie einen sehr einfachen, unkomplizierten Geist haben. Ich finde es interessant, den Unterschied zu sehen, wenn man Kinder oder Erwachsene Meditation lehrt. Irgendwie ist Meditation die Entwicklung eines kindlichen Geistes, zu lernen, die Dinge zu sehen, wie zum allerersten Mal, zu lernen, neugierig zu sein, und ehrlich und echt mit sich selbst.

   Ich bin gerne unter Kindern und meditiere mit Ihnen. Also, um deine Frage zu beantworten: Ich sag ihnen nie, dass sie meditieren sollen. Ich schlag ihnen vor, mit ihrem Atem zu spielen. Ihr wisst, dass Kinder gerne spielen, also sag ich: Lasst uns mit dem Atem spielen. Es ist ein gutes Spiel! Es geht so: Kannst du deinen Atem ganz bewusst von Moment zu Moment beobachten?

   Manchmal sag ich ihnen auch, sie sollen Verstecken spielen. Manchmal bist du bei deinem Atem und manchmal nicht. Lasst uns das Spiel für zehn oder 15 Minuten spielen, mal sehen, was passiert. Und es ist sehr ermutigend zu sehen, wie sie die zehn oder 15 Minuten wirklich stillsitzen, wie es ihnen offenbar Spass macht. Sehr glückliche, lächelnde Gesichter.

   Wenn ich Erwachsene meditieren sehe, sehe ich einen anderen Ausdruck auf ihrem Gesicht. Und was mich am meisten ermutigt, wenn ich frage, "Habt ihr Probleme, Schwierigkeiten, Fragen?" dann sagen sie meistens nein. Es wäre interessant herauszufinden, was wir unserem Geist angetan haben. Das ist eine sehr ernste Frage, die wir erforschen sollten. Tatsächlich ist das ein Sinn der Meditation. So, das war die erste Frage. Und was war nochmal die zweite?"

Frage:

    "Wenn wir uns selbst Fragen gestellt habe, was machen wir dann?"

Godwin:

    "Gute Frage!Nehmen wir den Fall Siddhartas, der der Buddha wurde. Kennt ihr die Fragen, die ihm eingefallen sind? Sehr einfache Fragen: Warum sterben Menschen? Warum werden Menschen alt und krank? Warum werden Menschen Mönche und Nonnen?

   Als er auf diese einfachen Fragen eine Antwort fand, wurde er zum Buddha. Noch ein Beispiel: Newton, der Wissenschaftler. Wisst ihr, welche einfache Frage ihm ermöglicht hat, seine bedeutende wissenschaftliche Theorie zu entdecken? Warum fallen Äpfel? Eine einfache Frage, die schliesslich zu einer der bedeutendsten wisssenschaftlichen Entdeckungen geführt hat.

   Man sagt, ein Genie ist jemand, der sich die Neugierde der Kindheit bewahrt hat. Wir alle hatten als Kinder diese wunderschöne Fähigkeit, und als Erwachsene haben wir diese Eigenschaft verloren. Bezogen auf die Meditation: Fragen wie "Warum werde ich ärgerlich? Wenn ihr euch diese Frage stellt, und versucht, eine Antwort zu finden, welche Antwort entdeckt ihr dann? Das möchte ich gern von euch hören."

   "Mein Freund ärgert mich!"

Godwin:

    "Es ist immer jemand anderes. Also, mein Freund verhält sich nicht so, wie ich es gerne möchte. Da erkennst du von dieser einfachen Frage, dass das Problem nicht mein Freund ist, sondern ich selbst, indem ich eine Erwartung habe, wie mein Freund sein sollte.

   Wie ich schon vorhin über Meditation gesagt habe: dann lernst du, die Verantwortung für deinen Ärger selbst zu übernehmen, und wir hören auf, andere verantwortlich zu machen. Und so kann in uns selbst eine Veränderung stattfinden, nur durch die einfachen Frage: Warum werde ich ärgerlich?

   Ich freu mich, wenn ihr Fragen stellt, und ich hoffe, es kommen noch mehr."

Frage:

    "Ich bin jetzt ganz ruhig, aber wenn meine Kinder mit schlechten Noten von der Schule nach Hause kommen, werd ich böse, obwohl ich meine Kinder liebe."

Godwin:

    "Ich mag so praktische Fragen! Ich glaube, das können alle Eltern nachvollziehen. Ich weiss auf jeden Fall, dass das in Sri Lanka auch so ist.

   Wie kann Meditation in so einer Situation helfen? Du sagtest unter anderem, dass du jetzt ruhig bist, also sollten wir nicht erwarten, dass wir immer ruhig und ausgeglichen sind.

   Wir können von einem ruhigen Geist lernen. Wir können auch von einem Geist lernen, der nicht ruhig ist. Wenn man immer ausgeglichen sein will, so wie das bei dir der Fall ist, dann wirst du unglücklich sein, wenn du nicht ruhig bist. Du bist ärgerlich mit dir selbst. Du hast dich selbst enttäuscht. Du gibst dir Minispunkte.

   In der beschriebenen Situation würde ich vorschlagen: Wenn du ärgerlich wirst, sei dir einfach bewusst, dass du dich ärgerst.

   Und morgen sprechen wir über die Bedeutung von Aufmerksamkeit - ein sehr wichtiger Teil der Meditation. Also, erstmal möchte ich nur vorschlagen, den Ärger zu beobachen. Dann wird es nicht passieren, dass du vielleicht vor lauter Ärger handgreiflich wirst. Denn nur den Ärger bewusst wahrzunehmen und nicht auszudrücken, ermöglicht es uns,eine gewisse Kontrolle zu entwickeln, den Ärger zu meistern. Das wäre der erste Punkt.

   Der zweite Vorschlag ist, dass der Ärger nachlässt, wenn du ihn einfach beobachtest. Und wenn der Ärger nachlässt, fragst du dich, warum bin ich eigentlich so wütend auf meinen Sohn? Ich liebe ihn doch, und vielleicht mach ich ihn auch ärgerlich.

   Wenn du diese Frage ergründest, wird dir irgendwie klar: Das Problem ist, dass du bestimmte Erwartungen an deinen Sohn hast, wie er in der Schule sein sollte. Das sind ganz vernünftige Erwartungen für Eltern, aber es ist eine andere Sache, wie realistisch diese Erwartungen sind. In wie weit ist mein Sohn in der Lage, meine Erwartungen zu erfüllen? Sollte ich nicht lieber mit meinem Sohn zusammen herausfinden, warum er nicht so gut in der Schule ist?

   Das ist etwas sehr sehr Wichtiges, denn durch mehr Meditation lernen wir, die Dinge aus der Perspektive des andren zu sehen, nicht nur unsere eigenen Erwartungen an Andere.

   Also, wenn du mit deinem Sohn sehr freundlich, sanft und verständnisvoll reden kannst: Mein lieber Sohn, was sind deine Schwierigkeiten in der Schule?

   Das ist etwas sehr Wichtiges, das auch der Buddha betont hat: spirituelle Freundschaft zu schliessen, mit allen Menschen, mit denen man zu tun hat. Es ist sehr wichtig für Eltern, diese Art der freundschaftlichen Beziehung zu ihren Kindern zu haben, damit das Kind ehrlich und offen über seine Probleme sprechen kann. Ich glaube, das ist extrem wichtig.

   Ich weiss, dass in Sri Lanke manche Kinder völlig allein sind, sie haben Angst, offen über ihre Schwierigkeiten zu ihren Eltern oder Lehrern zu sprechen. Sie fühlen sich so vollkommen verloren, und es ist so traurig, wenn Kinder in schwierigen Situationen mit niemandem reden können.

   Deswegen möchte ich noch einmal betonen, wie wichtig es in solchen Momenten ist, zu dem Kind eine Verbindung aufzubauen, und zu versuchen zu verstehen, was das Kind durchmacht. Und das wäre hilfreicher und bedeutungsvoller, als einfach ärgerlich zu sein.

   Ich glaube, wir haben noch Zeit für eine weitere Frage"

Frage:

    "Wir haben Gedanken, wir haben Wünsche und wir leiden. Stimmt es, dass wir durch Meditation aufhören können, diese Gedanken, Wünsche und Leiden zu haben?"

Godwin:

    "Das ist nicht so einfach. Interessant, dass du die Gedanken erwähnst. Ich glaube, sie sind der wichtigste Bestandteil unseres Geistes. Denn vom Aufwachen bis zum Schlafengehen, was passiert? Ununterbrochen gehen Gedanken durch den Kopf.

   Ich glaube, das es jedem hier so geht. Hier, während ich rede, habt ihr eure eigenen Gedanken. Ich frage mich oft, was denkt man so, vom Morgen bis in die Nacht? Hat jemand eine Antwort darauf? Was denken wir immerzu, ohne Pause? Da sieht man wieder, wie wichtig es ist, einfache Fragen zu stellen. Woran denken wir?"

"Meistens denken wir an uns selbst, ´ich` und ´meins`, die ganze Zeit."

Godwin:

    "Richtig, selbst wenn wir an Andere denken, hat das immer etwas mit uns selbst zu tun. Interessant, nicht?

   Und die nächste Frage bezieht sich auf uns und Andere: was tun wir mit unseren Gedanken? Wir bewerten. Einfach ausgedrückt: wir geben Plus- und Minuspunkte. Wenn du an etwas gutes denkst, das du getan hast, bist du glücklich, dickes Plus! Wenn wir uns an Dinge erinnern, die wir falsch gemacht haben, Fehler, die wir begangen haben, oder etwas Böses getan: grosses Minus.

   Und das gleiche tun wir in Beziehung zu Anderen. Den schlechten, falschen Dingen, die Andere getan haben, geben wir Minuspunkte. Den guten Taten der Anderen geben wir Pluspunkte. Ist es nicht interessant, das wir von Morgens bis Abends zu Lehrern werden, die gute und schlechte Zensuren verteilen?

   Ich kenne Menschen, die leben in einer Hölle, die sie selbst erschaffen haben, und dort gibt es nur Minuspunkte. Sie denken nur an ihre Fehler und Schwächen. Und über die Anderen haben wir ähnliche Gedanken. Damit erschaffen wir unsere Hölle und können uns wirklich traurig und deprimiert fühlen. So verursachen wie selbst unser Leid, mit unseren Gedanken.

   Ihr werdet feststellen, dass es eine Verbindung gibt, zwischen Gedanken und Gefühlen. Es ist interessant herauszufinden, was zuerst kommt, die Gedanken oder die Gefühle. Habt ihr die Antwort schon entdeckt? Was kommt zuerst, der Gedanke oder das Gefühl? Sehr ihr, wie wichtig Meditation ist? Naja, ich werde diese Dinge in den nächsten Tagen besprechen.

  Nochmal zurück zur Frage. Was wir tun können ist, worüber wir morgen reden werden: die Bedeutung der Aufmerksamkeit. Mit Aufmerksamkeit, einfach nur die Gedanken zu beobachten, wie sie durch den Kopf gehen, und festzustellen, wie wir diese Gedanken benutzen, um für uns selbst und Andere Leiden zu schaffen.

  Und dass wir unsere Gedanken schöpferisch nutzen können, darüber werden wir auch später reden. Und die Frage, die du über die Wünsche gestellt hast, auch da siehst du wieder die Verbindung zwischen Gedanken und Wunsch.

   Wir gesagt, Meditation ist wichtig. Deshalb hat der Buddha so Bedeutendes darüber gesagt, wie der Geist arbeitet, und wie wir durch aufmerksames Beobachten erkennen können, dass wir unser Leid, unsere Probleme, selbst verursachen. Dieses Erkennen befreit uns von dem Leid und den Problemen. Das ist Meditation.

    Wir werden diese wichtigen Themen in den nächsten Tagen vertiefen. Jedenfalls freu ich mich, dass ihr ein paar sehr gute Fragen gestellt habt."

Der 2. Tag

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