Seite drucken

zurück

 

   
 

 

Der 2. Tag
 
Der 1. Tag - warum meditieren?

Der 3. Tag - Materialismus

Der 4. Tag - Atemmeditation

Der 5. Tag - Liebende Güte

Der 6. Tag - Gefühle

Der 7. Tag - Meditataion im Alltag







Godwin:


    "(...)Wie ihr wisst, ist unser Thema heute die Bedeutung der Aufmerksamkeit, der Achtsamkeit, was für die Meditation sehr sehr wichtig ist.

   Wenn wir nicht Aufmerksamkeit üben, werden wir mehr und mehr wie Maschinen. Wir tun Dinge mechanisch, gewohnheitsmässig, redundant und automatisch. Ich glaube, in unserer Welt, mit immer mehr Technologie und Maschinen, werden auch die Menschen immer mehr wie Maschinen, automatisch. Dabei vergessen wir die Realität, die Kunst des Lebens. Und unglücklier Weise, wenn die Menschen immer mehr wie Maschinen werden, verlieren sie einen Sinn für die Bedeutung der Gefühle.

   Und wenn die Menschen diesen sehr wichtigen Aspekt der Gefühle nicht spüren, dann können sie keine Liebe für sich selbst empfinden, keine Liebe für Andere, keine Wärme für sich selbst und Andere.

   Lasst mich vielleicht erklären, warum es in der modernen Welt so viel Gewalt gibt. Wir werden mehr und mehr gewalttätig gegenüber uns selbst und mehr und mehr gewalttätig gegenüber Anderen. All das ist in gewisser Weise verbunden mit mangelnder Aufmerksamkeit, dem mangelnden Verständnis dafür, was in unserem Körper und Geist vor sich geht. Das ist der erste Punkt, den ich zur Bedeutung der Aufmerksamkeit erklären wollte.


    Ein weiterer Aspekt der Achtsamkeit ist, dass sie uns hilft, den gegenwärtigen Augenblick zu erfahren, das Hier und Jetzt. Es ist irgendwie merkwürdig, dass wir den ganzen Tag lang entweder in der Vergangenheit, bei dem was geschehen ist, leben, oder wir leben in der Zukunft, bei dem, was geschehen wird.

   Die Vergangenheit und die Zukunft sind nicht real, sondern nur die Gegenwart ist real. Das heisst, dass die Menschen, weil sie nicht aufmerksam sind, in einer nicht realen Welt leben, mit der Wirklichkeit nicht verbunden. Um das klarer zu machen schauen wir mal, was jetzt gerade geschieht.

   Physikalisch seid ihr alle hier, vielleicht seht ihr mich sogar. Aber mit dem Geist könnt ihr vollkommen woanders sein. Um also vollkommmen hier zu sein, um wahrzunehmen, was ich sage, müsst ihr hier und jetzt und gegenwärtig sein, sonst seid ihr, wie gesagt zwar physisch hier, aber geistig ganz woanders.

   Ein Meditationsmeister beschrieb sein Praktizieren einmal so: Wenn ich esse, esse ich, wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich schlafe, schlafe ich.

   Die Worte hören sich sehr einfach an, aber was es bedeutet ist, dass er praktisch immer vollkommen bei dem war, was er tat. Da stellt sich die interessante Frage: Was meint er, wenn er sagt: "Wenn ich schlafe, schlafe ich"? Eine Interpretation wäre, selbst wenn wir schlafen, mit den Träumen, die wir sehen, sind wir in gewisser Weise halb wach. So erfahren wir keinen wirklich tiefen Schlaf.

   Andererseits, für die meisten von uns, wenn wir den Tag über wach sind, was geschieht dann? Wir schlafen halb! Das ist, was wir "leben" nennen. Also, wenn ihr wirklich zu leben anfangen wollt, müsst ihr diese wichtige Eigenschaft lernen, gegenwärtig, alert, wach zu sein. Das ist es, weshalb der Buddha der Vollerwachte genannt wird. Die ganze Meditationspraxis und Aufmerksamkeitspraxis ist ein Weg, unseren Geist zu aufzuwecken, die Buddhanatur in uns erwachen zu lassen. Und wenn wir die Buddhanatur in uns wecken, wird unsere Lebensqualität so anders.

   Bitte versteht, dass in der Gegenwart leben nicht bedeutet, dass wir das, was wir als Vergangenheit oder Zukunft bezeichnen, nicht gebrauchen müssen. Manchmal müssen wir Pläne für die Zukunft machen. Wenn ihr nicht für die Zukunft geplant hättet, dann wärt ihr jetzt nicht hier. Und wenn man die Vergangenheit vergisst, findet man nicht mehr nach Hause. Noch einmal:Sa für uns Wichtige ist, dass wir durch Aufmerksamkeit selbst erkennen, wie wir Vergangenheit und Zukunft verwenden.

    Psychologen sagen, dass Depressionen und Traurigkeit manchmal daraus entstehen, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen, und aus  Besorgnis in Beziehung auf die Zukunft. So, hier sind wir wieder bei der Aufmerksamkeit, wir müssen verstehen, wie wir die Vergangenheit und die Zukunft bewusst und absichtlich benutzen, und dann zu anderen Zeiten gegenwärtig im Hier und Jetzt sein.


    Dazu gehört etwas, was ich für sehr wichtig halte, nämlich die Aufmerksamkeit im alltäglichen Leben. Selbst kleine Dinge wie Zähneputzen, Haare kämmen, essen, trinken. Wie ich schon vorhin sagte, wir haben uns an diese Dinge so gewöhnt, dass wir sie wie Maschinen ausführen.

    Wenn ihr also lernen könnt, Aufmerksamkeit im täglichen Leben zu praktizieren, dann wird Meditation zu einer Lebensweise.


    Ich lebe in einem Meditationszentrum in Sri Lanka. Worauf wir dort Wert legen ist, die Meditation in das tägliche Leben zu intergrieren. Damit nicht die Meditation eine Sache ist, und das Leben eine andere. Also, wer Meditation ernst nimmt, muss sie zu einer Lebensweise machen.

    Wenn ihr den Text über die Aufmerksankeit lest, den wir heute verteilen, werdet ihr feststellen, dass der Buddha uns sagt, wir sollen die meisten Dinge aufmerksam wahrnehmen, die den Tag über geschehen. Es wird euch überraschen zu lesen, dass der Buddha sagt, selbst auf der Toilette sollen wir aufmerksam, bewusst wahrnehmen, was dort passiert.

   Ich nenne das die Toilettenmeditation. Manchmal, wenn ich in die Häuser reicher Leute komme, und da auf die Toilette gehe, sehe ich jede Menge Bücher, Zeitschriften und sowas. Ich würde also meinen, nächstes Mal, wenn ihr auf der Toilette seid, werdet ihr merken, dass es anders ist, wenn ihr dabei bewusst in der Gegenwart sein könnt.


    Ein anderer wichtiger Punkt ist das Essen. Wir machen so viel Aufwand um das Essen, aber essen wir wirklich bewusst? Ist da Aufmerksankeit, wenn wir essen? Sind wir uns des Geschmacks bewusst? Weisst du, was du kaust? Kauen ist ein sehr sehr wichtiger Aspekt. Wenn du es schaffst, dein Essen bewusst zu kauen, wirst du beim Essen einen Unterschied feststellen.

   Wenn ihr über all das nachdenkt, werdet ihr feststellen, dass sich auf ganz normale Dinge bezieht, nichts aussergewöhnliches. Manche haben die falsche Vorstellung, dass Meditation bedeutet, ganz besondere, aussergewöhnliche Erfahrungen zu machen. Aber wenn man einige Meditationstechniken betrachtet, das sind ganz normale Dinge, so einfache Sachen, wie den Atem zu beobachten, sich das Gehen bewusst machen, bewusst essen.

   Meditation bedeutet also, ganz normale, alltägliche Dinge bewusst zu tun, und dann werden diese gewöhnlichen Dinge ungewöhnlich. Wenn ihr das lernen könnt, wird euch klar, dass man auch die gewöhnlichsten Dinge wie zum ersten Mal tun kann.

    Dann sieht man die Anderen. Könnt ihr sie so sehen, als wenn ihr sie zum aller ersten Mal seht? Könnt ihr mit euch selbst so umgehen, wie zum ersten Mal, ohne die Vorstellungen und Urteile über und selbst und Andrere aus der Vergangenheit?

    Könnt ihr einen Baum, eine Blume oder das Bild eines Buddhas sehen als wärs das erste Mal? Bitte versucht das, und ihr werdet merken, dass ihr die Dinge anders seht, lebendiger, frisch und unschuldig.


    Es gibt da ein interessantes Buch. Es heisst "Das Dhammapada". Und im Dhammapada wird gesagt, wenn man nicht aufmerksam ist, nicht richtig wach, ist man wie ein Toter. Wie ein Toter oder wie eine Maschine sein, das ist das selbe.


    Sehr wichtig bei der Aufmerksmkeit ist es auch, die unangenehmen Gefühle zu erforschen und zu untersuchen. Es gibt da ein schönes Gleichnis, das ich sehr mag, in einem buddhistischen Text. Es handelt von einem Arzt, einem Chirurgen, der operieren möchte.

   Dieser Arzt muss herausfinden, wo er operieren muss, wo die Wunde ist. Um das herauszufinden, benutzt er ein Instrument. Wenn er dann mit diesem Instrument das Problem gefunden hat, dann kann er es mit dem Skalpell herausschneiden und heilen.

    Was dieses Gleichnis also besagt ist, dass wir mit Aufmerksamkeit finden, erforschen und untersuchen können, und mit Weisheit können wir können wir das Problem, das wir gefunden haben, behandeln.


    Im täglichen Leben haben wir also Probleme wie Ärger, Sorgen, Angst, Schuldgefühle, und diese Dinge können uns wirklich Leiden verursachen. Wie das chirurgische Instrument, können wir finden, lernen, entdecken, wir können damit erforschen und experimentieren. Und dann wird dir klar, dass du die Probleme selber verursachst, und wenn du das siehst, dann kannst du dich mit Weisheit davon befreien.

   Du kannst mit Weisheit verstehen, was in Körper und Geist vor sich geht. So können wir durch Verstehen Veränderung bewirken, damit arbeiten, erforschen. Diese unangenehme Erfahrung selbst wird zum Meditationsobjekt. Also seid euch bitte darüber im Klaren, dass Meditation nicht immer eine positive, angenehme Erfahrung ist. Unangenehme Erfahrungen verursachen uns keine Probleme, solange wir uns nicht mit ihnen identifizieren. Die wirkliche Herausforderung ist zu lernen, mit diesen unangenehmen Erfahrungen umzugehen, mit physischem Schmerz und mit psychischem Schmerz arbeiten zu lernen. Das ist viel wichtiger, als nur angenehme Erfahrungen zu machen.

    Wir werden später über Gefühle reden. Welches sind die Gefühle, die uns belasten? Welche Gefühle verursachen uns Leiden? Ich werde Werkzeuge vorstellen, und Wege und Mittel, diese Werkzeugen in der Meditation zu nutzen. Ich fürchte, ich muss jetzt aufhören. Ich hab ein paar wichtige Aspekte der Aufmerksamkeit angesprochen. Jetzt würde ich gerne, wie gestern, eure Fragen hören, besonders ganz praktische Fragen aus eurem Leben."

Frage:
    "Wenn wir bemerken, dass sich ein Gefühl entwickelt, wie Ärger zum Beispiel, wer genau ist es der diesen Ärger beobachtet?"

Godwin:
    "Das ist etwas sehr schönes, diese Eigenschaft der Achtsamkeit. Mit dieser Eigenschaft können wir wissen: Aha, jetzt bin ich wütend, und jetzt habe ich Angst, und jetzt ist da keine Angst. Das habe ich versucht zu erklären. Wenn du keine Aufmerksamkeit hast, weisst du nicht, was in deinem Geist vorsichgeht. Und wenn wir das verstanden haben, können wir Weisheit entwickeln und das, was in unserem Geist geschieht beherrschen.


    Was du wissen möchtest ist: wer es ist, der den Ärger beobachtet. Das ist in sich selbst eine sehr wichtige Frage, die man untersuchen sollte. So etwas kann eine sehr wirkungsvolle Meditationstechnik sein. Wenn du ärgerlich bist, wenn du Angst hast oder Zweifel, frage dich: wer ist es, die diese Erfahrung macht? Und wenn du das wirklich sehr tief ergründest, wirst du feststellen, da ist kein "wer" ausser dem, was du empfindest.

   Dann wird dir klar, das diese Zustände entstehen und wieder vergehen je nach den Umständen. Aber wir haben einen Besitzanspruch und sagen: das ist mein Ärger, meine Angst, meine Freude, meine Trauer.

   Die Frage nach dem "wer" hilft uns also zu erkennen, dass es keinen Besitzer gibt, nur Zustände, die entstehen, und Zustände, die vergehen. Das ist der tiefgründigste Aspekt der Lehre des Buddhas.

Frage:
    "Wenn wir sehen, dass unsere Kinder Fehler machen, werden wir ärgerlich. Aber wenn sehen, dass die Kinder anderer Leute Fehler machen, werden wir nicht ärgerlich. Das ist das gleiche mit unseren Lebenspartnern. Sollte man also sagen, dass man über alles ärgerlich werden sollte, oder was ist die richtige Einstellung, mit der Situation umzugehen?"

Godwin:
    "Gute Frage! Weil dir klar ist, dass du nur wütend wirst wenn dein Kind oder Partner sich in einer besonderen Weise verhält. Aber andere Kinder können machen, was sie wollen.

   Da hast du etwas sehr Wichtiges erkannt. Und das Wichtige ist, wie ich vorhin schon sagte, Menschen, mit denen wir uns identifizieren, Menschen, von denen wir glauben, dass sie uns gehören, die sollten sich in bestimmter Weise verhalten, die anderen können machen, was sie wollen.

    Das kann man sogar noch erweitern. Wenn dein Sohn krank wird, bist du traurig. Wenn der Sohn des Nachbarn krank wird, kein Problem! Wenn deine Mutter stirbt: Trauer. Wenn die Mutter deines Freundes stirbt: kein Problem.

  Sind wir nicht seltsam? Wenn du also erforschst: "Warum tu ich das?", dann verstehst du, dass wir dieses Besitzdenken haben. Das ist meins. Das gehört mir. Und mit dem, was mir gehört, darf nur passieren, was ich erwarte. Was die Anderen betrifft, kein Problem.

   Das richtige Praktizieren wäre: können wir alles so weit wie möglich ohne Besitzdenken sehen? Können wir mit Leid umgehen, egal, in welcher Form es auftritt? Es kann deinen Sohn betreffen, den Sohn des Nachbarn, oder irgendjemanden. Das ist wirklich Liebende Güte.

   Ich werde über Liebende Güte sprechen, und an dem Tag werden wir ein Buch verteilen, und darin steht über Liebende Güte: der beste Weg, der nobelste Weg ist, wie eine Mutter für ihr einziges Kind zu fühlen. Wenn wir jedem Menschen so begegnen können, ist das nicht eine wunderschöne Weise zu leben?


    Es gibt dazu noch einen schönen Begriff: Grenzenloses Mitgefühl, Mitgefühl, das umfassend und ungeteilt ist. So, langsam, sanft und nach und nach, müssen wir das entwickeln, die Eigenschaften des Herzens entwickeln. Ich werde mehr dazu sagen, wenn wir über Liebende Güte reden, die für mich sehr wichtig ist.

    Wie gesagt, die Menschen verlieren diese Eigenschaften des Herzens. Deswegen ist es für uns so wichtig, das wenigstens zu wissen, und uns zu bemühen, unsere Herzen für uns selbst und für Andere zu öffnen."

Frage:
    "Manchmal bin ich beim Meditieren ein wenig durcheinander. Es scheint, dass ich meine Gedanken beobachte, oder meinen eigenen Geist, und bin mir bewusst, was ich denke. Kannst du uns sagen, ob das richtig ist: mit dem Geist beobachten, wie unser Geist arbeitet?"

Godwin:
    "Du kannst sagen, dass es Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit ist, die uns hilft, oder du kannst sagen der Geist beobachtet den Geist. Was aber wichtig ist, ist nicht, wie du es auffasst, sondern das eigentliche Beobachten. Die Aufmerksamkeit selbst ist wichtiger, als die theoretische Frage: Ist das jetzt der Geist oder die Aufmerksamkeit, die beobachtet?

   Das wichtige ist, diese Eigenschaft des Wachseins, alertseins, zu entwickeln. Zu wissen, was geschieht, ist das Wichtige!"

Frage:
    "Du hast vorhin gesagt, dass wir Dinge mechanisch tun. Ich merke, dass ich wie eine Maschine bin, aber ich will so nicht sein.

   Zum Beispiel beim Frühstück. Ich frühstücke jeden Tag das Gleiche, und weiss, ich bin wie eine Maschine. Wie können wir uns nicht wie Maschinen verhalten, wenn wir feststellen, dass wir wie Maschinen handeln?"

Godwin:
    "Ich freu mich, dass mein Freund Peter diese Frage gestellt hat. Eine sehr wichtige, praktische Frage: Wie beginne ich den Tag mit dem Frühstück? Ich werd ein paar praktische Vorschläge machen.

   Wie gehen wir mit so einer Situation um, ohne wie Maschinen zu sein? Ich weiss, ihr habt wenig Zeit zum Frühstücken. Aber auch mit wenig Zeit, bitte versucht doch morgen beim Frühstück, wie weit ihr diese Dinge üben könnt:


    Wenn ihr das Essen auf dem Tisch seht, Obst oder Brot, was immer, verbringt ein paar Minuten damit, das Essen zu sehen, als wäre es das erste Mal. Seht euch die Früchte und das Brot ganz genau an und erfahrt die verschiedenen Sichtweisen von dem, was ihr seht.


    Eine andere sehr schöne Übung in traditionell buddhistischen Ländern ist, vor dem Essen Dankbarkei zu empfinden, für diejenigen, die das Essen zubereitet haben, oder zumindest Dankbarkeit, dass wir in der Lage sind Frühstück zu essen. Es gibt Menschen, die nicht morgens frühstücken können. Sei also dankbar. Ihr wisst, Maschinen können nicht dankbar sein.


    Der dritte Vorschlag ist, wie schon gesagt, bitte fühle den Unterschied, gib dir morgen, wenn du dein Frühstück isst die Mühe, nimm dir die Zeit, und versuche, dein Essen langsam und bewusst zu kauen.

   Die Indianer Amerikas sagen oft, dass sie ihr Essen trinken, was bedeutet, dass sie ihre Nahrung kauen, bis sie flüssig ist. Und ihr werdet vielleicht auch feststellen, dass ihr viel weniger Nahrung braucht, wenn ihr langsam und bewusst kaut.


    Etwas anderes, das der Buddha die Meditierenden bezüglich des Essens gelehrt hat ist, zwei Extreme zu vermeiden. Wisst ihr, welche? Das eine Extrem ist, zuviel zu essen, und das andere ist, zuwenig zu essen.

   Woher weiss man also, dass man die richtige Menge isst? Interessante Frage! Wie wissen wir es? Indem wir auf den Körper achten, wenn wir essen. Wenn man beim Essen Musik hört, kann man nicht dem Magen zuhören.

   Ich mag diese Formuliereung: deinem Körper zuhören, dir selbst zuhören, deinen Gedanken und Gefühlen zuhören. Wenn ihr also so frühstücken könnt, ist das ein wundervoller Weg, den Tag zu beginnen. Und dann kann man den Tag über so weit wie möglich diese Aufmerksamkeit beibehalten, nicht die ganze Zeit, nicht die Aufmerksamkeit von Moment zu Moment.

  Aber falls ihr diese Von-Moment-Zu-Moment-Aufmerksamkeit haben könnt, ist das perfekt. Dann lebt ihr nicht wie Maschinen, sondern wie Menschen.


    Noch ein Vorschlag, am Ende des Tages ist es gut, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, wie man den Tag verbracht hat. Finde die Zeiten, in denen du bewusst warst, und jene, in denen du wie eine Maschine warst. Und versuch dich zu erinnern, wie oft du dich geärgert hast, und auch an die Zeiten, in denen du nicht ärgerlich warst, das ist wichtig. Wenn du diese Rückschau machst, wirst du manchmal überrascht sein, wie gut du warst.

   Diese Art der Reflexion, der Rückschau, kann auf ganz natürliche Weise eine Selbstveränderung bewirken, weil man lernt, mehr und mehr nach Innen zu schauen, statt nach Aussen."(...)

Geführte Meditation:

    "Lasst uns versuchen, uns glücklich zu fühlen. Glücklich darüber, dass ihr jetzt hier seid, dass ihr hier seid und meditiert.

   Lasst uns einfach eine Weile mit uns selbst glücklich sein, dass wir diese Gelegenheit haben, Meditation zu lernen.


    Glücklich darüber, dass ihr diese Eigenschaft des Wachseins, der Aufmerksamkeit,des Gegenwärtigseins entwickelt.


    Versucht, dieses Gefühl des Glücklichseins in eurem Herzen zu empfinden. Lasst uns jetzt dankbar sein dafür, dass wir diese Gelegenheit zur Meditation haben.


    Dankbarkeit zu empfinden, ist eine wichtige spirituelle Eigenschaft, die man entwickeln kann.

   Können wir dankbar sein dafür, dass wir vollkommen still sitzen können?

   Und könnt ihr bewusst wahrnehmen, dass ihr dass der Körper vollkommen still sitzt, vollkommen entspannt?


    Lasst uns jetzt erfahren wie es ist, ganz in der Gegenwart zu sein.

   Könnt ihr die Stille und Friedlichkeit dieses Raumes wahrnehmen? Könnt ihr es jetzt fühlen?

   Nicht an die Vergangenheit denken, und nicht an die Zukunft, nur den Frieden jetzt, in diesem Raum, wahrnehmen.


    Die Vergangenheit ist vorbei, wir können sie nicht mehr ändern.

   Die Zukunft ist noch nicht da, also lasst uns die Freude des Gegenwärtigen Moments erfahren.


    Wenn Gedanken über die Zukunft oder die Vergangenheit in eurem Geist auftauchen, dann lasst sie ganz sanft los und kommt zurück in die Gegenwart, zum Hier und Jetzt.


    Mit Aufmerksamkeit lernt ihr, eure Gedanken loszulassen, sie zu kontrollieren.

   Ihr lernt Meisterschaft über eure Gedanken, indem ihr lernt, sie loszulassen und zum gegenwärtigen Augenblick zurück zu kommen.


    Nur fühlen, nur die Ruhe und den Frieden in diesem Raum wahrnehmen.


    Vielleicht hört ihr nicht einmal ein Geräusch.


    Nun öffnet bitte eure Augen, ganz bewusst und aufmerksam, und verändert eure Position, bitte tut das ganz langsam und aufmerksam. Und bitte glaubt nicht, das die Meditation jetzt zuende ist.


Der 3. Tag

top