Seite drucken

zurück

   
Der 1. Tag - warum meditieren?

Der 2. Tag - Aufmerksamkeit

Der 3. Tag - Materialismus

Der 5. Tag - Liebende Güte

Der 6. Tag - Gefühle

Der 7. Tag - Meditataion im Alltag

Der 4. Tag








Godwin:

    "Heute geht es darum, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu konzentrieren. Dies ist eine der bekanntesten und beliebtesten Meditationstechniken in allen buddhistischen Traditionen.

   Es wird auch gesagt, dass der Buddha mit dieser Technik zur Erleuchtung gelangte. Also lasst uns sehen, warum diese Technik so bedeutend ist.

    In Pali wird sie als Anapanasati bezeichnet, das heisst: Aufmerksamkeit auf das Ein- und Ausatmen. Bei dieser Meditation ist das Wichtige, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu entwickeln. Wie wir wissen, geschieht das Atmen ganz mechanisch. Für das, was automatisch geschieht, wollen wir also versuchen, Aufmerksamkeit entwickeln.

    Und weil der Sinn die bewusste Wahrnehmung ist, dürfen wir nie vergessen, was immer während dieser Meditation in unserem Körper und Geist geschieht, wir sollten lernen, es einfach nur wahrzunehmen, uns nur bewusst zu sein, was geschieht.

    Wenn also Gedanken auftauchen, bitte seht sie nicht als Störung oder Ablenkung, sondern seid euch nur bewusst, dass da Gedanken sind. Wenn ihr Geräusche hört, wisst einfach nur, da sind Geräusche. Und wenn im Körper ungewohnte Empfindungen stattfinden, welcher Art auch immer, wisst, dass dort ungewohnte Empfindungen sind.

  Ihr wisst, dass diese Dinge geschehen, ihr macht euch diese Dinge bewusst, und kommt wieder zurück zum Atem. Es gibt bei dieser Meditation keinen Grund zu kämpfen. Es gibt genug Kämpfe im täglichen Leben, macht nicht aus dem Meditieren einen weiteren Kampf. Der ganze Sinn des Meditierens ist, Freiheit und Freude zu erfahren, Leichtigkeit und Leidensfreiheit, aber wenn ihr die Meditation zu einem Kampf macht, wird die Meditation selbst eine Quelle des Leidens.

    Also bitte denkt immer daran, macht euch das klar, das Wichtige an dieser Technik ist, einfach nur wahrzunehmen, zu wissen, sich bewusst zu sein, was geschieht, und dann mehr und mehr Zeit mit dem Atem zu verbringen, ohne jeden Kampf.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Technik ist, dass sie uns hilft, den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben. Denn das Atmen geschieht immer in der Gegenwart, ist immer jetzt, wenn wir uns des Atmens bewusst sind, wenigstens ein paar Minuten lang, dann kann man erfahren, wie es ist, wirklich hier zu sein, in diesem Moment.

   Ansonsten verlieren wir uns die meiste Zeit in der Vergangenheit oder in der Zukunft, und dabei merken wir nicht einmal, ob wir gerade in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben. So kann eine Menge Unordnung und Durcheinander in unserem Geist herrschen, aber diese Technik, dieses nur in der Gegenwart sein, das hilft uns, das Jetzt von Augenblick zu Augenblick zu erfahren.

    Was wir auch nicht vergessen sollten: wir müssen eine Beziehung zu unserem Atem aufbauen, den Atem zu unserem Freund machen. Lasst uns sehen, wie der Atem unser Freund sein kann. Eine Sache ist, dass der Atem unser einziger Freund ist, der immer bei uns ist. Wir haben sonst wohl keine Freunde, die ständig bei uns sind. Der Atem ist unser Freund, der immer bei uns ist, immer! Selbst wenn wir schlafen ist dieser Freund aktiv. Sind Eure anderen Freunde auch bei euch, wenn ihr schlaft? Aber der Atem, egal, ob wir wach sind oder schlafen, ist immer bei uns.

    Ein weiterer Grund, warum der Atem uns so ein guter Freund ist, wenn er uns hilft, im gegenwärtigen Augenblick zu sein, dann sind diese Momente eine Erfahrung von Freiheit. Dazu gehört, dass uns unser Freund, der Atem, bei unangenehmen Gefühlen immer in die Gegenwart zurückholt, und uns von den Gefühlen befreit, und uns Raum schafft. Probiert das einmal aus.

    Einer meiner Freunde erzählte mir neulich, dass er immer ungeduldig wird, wenn er an einer roten Ampel warten muss. Ich glaube, das kennen wir alle. Besonders, wenn wir zu einer Verabredung zu spät kommen, und wir sehen nur noch roten Ampeln. Das arme rote Licht! Man kann ärgerlich auf das rote Licht sein, und ungeduldig, und sowas kann uns eine Menge Leiden verursachen.

   Also hab ich meinem Freund gesagt, wenn er sich das nächst Mal in so einer Situation findet, soll er sich einfach entspannen und die Zeit mit seinem Atem verbringen. Und wenn wir erst das Rotlicht gehasst haben, dann können wir jetzt dankbar sein, weil die rote Ampel uns ermöglicht, Zeit mit unserem Freund, dem Atem, zu verbringen.

    Ich möchte nochmal wiederholen, wenn wir unangenehme Gefühle haben, Stress, Ärger, Angst, Besorgnis oder Schuldgefühl, jedes Gefühl, das uns leiden lässt, sobald du an deinen Freund, den Atem, denkst, und eine Weile mit dem Ein- und Ausatmen verbringst, was geschieht mit den Gefühlen?

    Ich werd euch einen einfachen Grund sagen, warum wir in so einer Situation Erleichterung finden. Der Grund ist: wenn wir so ein Gefühl haben, was dann alles grösser macht und verschärft, sind unsere Gedanken. Das heisst, wenn du in so einer Situation ein paar Minuten mit dem Atem verbringst, dann ist kein Platz für Gedanken, und dadurch Befreiung.

    Ein anderer, sehr wichtiger Moment, wenn der Atem und helfen kann, ist zu der Zeit, wenn wir sterben. In einem der Texte wird gesagt, wenn man diese Technik erlernt, und wenn man lernt, eine Beziehung zum Atem zu entwickeln, dann können wir, wenn wir bei Bewusstsein sind, im Augenblick des Todes sofort unsere Aufmerksamkeit auf den Atem lenken.

   Ich interessiere mich sehr für die Sterbehilfe, wenn den Menschen geholfen wird, friedlich zu sterben. Interessanter Weise ist eine der Techniken, die dabei angewand werden, die Lenkung des Bewusstseins auf den Atem. So hilft uns unser wertvoller Freund, friedlich zu leben und friedlich zu sterben.

    Ein weiterer schöner Aspekt unseres Freundes ist, dass wir alle unsere Identifikationsmerkmale vergessen, solange wir bei ihm sind: dass wir chinesisch, Englisch oder deutsch sind.

   Ein Problem in unserer modernen Welt ist, dass es so viele Trennungsmerkmale gibt, Rassenunterschiede, Religionsunterschiede. So lange wir bei dem Atem verweilen, fallen diese Trennungen weg, da ist nur das Ein- und Ausatmen. Atmen ist einfach nur Atmen, egal, ob Buddhist, Christ oder Hindu.

    Und wenn wir bei dem Atem sind, erfahren wir Ruhe, Abstand, Stille in unserem Geist. In der buddhistischen Terminologie heisst das "Samadhi": Ruhe, Abstand, Stille. Interessant ist, dass diese Meditationstechnik uns Samadhi, Stille bringt, aber auch Einsicht und Weisheit. Wie ich schon sagte, sie hilft uns, die Gedanken nur als Gedanken zu sehen, wie in einem Spiegel, die Empfindungen nur zu erfahren, Geräusche einfach wahrzunehmen, und so erlangen wir die wichtige budhistische Einsicht: Wir lernen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind.

    Eine interessante Frage ist, hilft diese Technik uns im täglichen Leben? Oder hilft sie uns nur, solange wir auf unserem Meditationskissen sitzen? Ich würde meinen, dass wir diese Einsicht erlangen, wir entwickeln die Fähigkeiten, die Aufmerksamkeit, einen ausgeglichenen, nicht reaktiven Geist während wir sitzen. Und was dann noch wichtiger ist, so einen Geist auch im täglichen Leben zu haben.

   Ich hab hier versucht, einige wichtige Aspekte dieser Technik der Aufmerksamkeit auf den Atem vorzustellen. Sicher gibt es noch mehr, aber die Zeit reicht hier nicht dafür. Ich möchte jetzt gern eure Fragen hören, zu dem, was wir besprochen haben, und Fragen zu dieser Meditationstechnik."

Frage:
    "Mich würde interessieren, was der Unterschied zwischen dieser Art der Meditation und denen, die andere Religionen lehren, ist."

Godwin:
    "Das ist eine sehr theoretische Frage, und ich mag einfache praktische Fragen eigentlich lieber, aber ich werde es trotzdem beantworten. Wenn du sagst, andere Religionen, dann können das so viele sein.

    In allen Religionen, in denen Meditation ein wichtiger Bestandteil ist, geht es immer darum, den Geist ruhig, still zu machen. In der Tat gibt es im Christentum diese schöne Aussage: Werde ruhig, und sei wie Gott.

   In den verschiedenen Religionen werden vielleicht unterschiedliche Techniken angewand, aber im Prinzip geht es immer darum, diese Techniken zu benutzen, um dem Geist Ruhe, Stille und Raum zu geben.

   Eine weitere Übereinstimmung ist, dass in allen Traditionen, in denen es Meditation gibt, auch ein Element von Aufmerksamkeit ist, von wissen, verstehen, was im Geist vor sich geht. Ich meine, diese beiden Aspekte sind in allen Traditionen enthalten, die Wert auf Meditation legen.

Sonst noch Fragen? Ich hätte gerne praktische Fragen, die sich auf die Technik beziehen."

Frage:
    "Woher weiss ich, was ich mit dem Atem anfangen soll, und wie ich die Auswirkungen des Atems fühlen kann?"

Godwin:
    "Du brauchst die Auswirkungen des Atems gar nicht zu erfahren. Wenn ich mit euch eine geführte Meditation mache, werde ich vorschlagen, was zu tun ist. Was zu tun ist, ist wirklich sehr einfach. Nur zu fühlen, was geschieht, wenn der Körper atmet.

   Also diese Empfindungen und Bewegung im Körper nutzen, um bewusst zu sein, aufmerksam. Ich möchte also noch einmal wiederholen, dass ihr überhaupt nichts besonderes tun müsst. Es geht nur darum sich des Ein- und Ausatmens bewusst zu sein."

Frage:
    "Wenn wir meditieren, werden wir manchmal müde und schläfrig, was sollten wir in so einer Situation tun?"

Godwin:
    "Eine sehr schöne, praktische Frage. Eine Möglichkeit wäre, einfach die Augen aufzumachen. In buddhistischen Texten wird interessanter Weise vorgeschlagen, das Rückgrat sehr aufrecht zu halten. Wenn das Rückgrat gerade ist, ist es schwierig, sich müde zu fühlen. Ihr könnt auch einfach aufstehen. Ihr könnt diese Dinge ausprobieren, und ich meine, sie helfen sofort. Sonst noch etwas?"

Frage:
    "Die erste Frage ist:In China sagt man, das man nur einen Geist hat, und mit dem kann man nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. Und im Alltag müssen wir arbeiten, und wir sind die meiste Zeit furchtbar beschäftigt.

   Wie können wir also unsere Arbeit erledigen und uns gleichzeitig mit unserem Atem befreunden?

   Und die zweite Frage ist: Du hast vorhin gesagt, dass der Atem unser bester Freund ist, und immer bei uns, selbst wenn wir schlafen, aber wenn wir träumen, oder sehr tief schlafen, wie können wir uns dann um unseren Atem kümmern?"

Godwin:
    Ich fange mit der letzten Frage an. Was an unserem Freund so interessant ist: es gibt Zeiten, da können wir ihn einfach ignorieren. Denn um an den Atem zu denken, brauchen wir Aufmerksamkeit und Bewusstsein.

   Wenn du in der Meditation sehr fortgeschritten bist, kannst du eine Art Wahrnehmung des Atems auch im Schlaf haben, ansonsten, ich meine wer ist so Jemand, der beim Schlafen und Träumen aufmerksam ist?

Ich glaube, das ist eine Situation, in der du deinen Freund allein lassen kannst, und es macht ihm oder ihr gar nichts aus. Und die erste Frage war: im Alltag müsssen wir andere Dinge tun. Wenn wir also andere Dinge zu tun haben, wie können wir uns dabei um unseren Freund kümmern?

    Um an unseren Freund zu denken, müssen wir aufhören zu arbeiten. Deshalb hab ich vorhin gesagt, wenn die Ampel rot ist, wenn du einfach nichts tust, mach dir lieber deinen Freund bewusst, als dass du ungeduldig wirst. Wenn du ein störendes Gefühl hast, dann tu in diesem Moment nichts anderes, als zum Atem zurück zu kommen.

    Ich möchte aber trotzdem darauf eingehen, was wir als Meditierende tun können, wenn wir mit anderen Dingen beschäftigt sind. Was uns stört, wenn wir mehrere Sachen tun müssen, ist der Gedanke: Ich hab so viele Dinge zu tun, vielleicht mach ich was falsch.

   Manchmal ist es genau das, was Anspannung verursacht. In Gesellschaften, in denen es wichtig ist, perfekt zu sein, will man immer alles vollkommen richtig machen. In solchen Situationen ist es vielleicht hilfreich, diesen Perfektionismus einfach loslassen. Das wäre ein Vorschlag.

    Es ist auch interessant, dass wir, wie du ganz richtig sagst, obwohl wir viele verschiedene Dinge tun müssen, immer nur

Eins nach dem Anderen erledigen können. Wenn wir lernen, uns bewusst zu sein dessen, was wir in einer bestimmten Situation tun, dann können wir etwas entwickeln, was man "von Moment zu Moment Aufmerksamkeit in Beziehung zu dem, was man gerade tun muss" nennt.

    Vielleicht ist ein letzter Vorschlag auch sehr hilfreich: Wenn du arbeitest, und viele verschiedene Dinge zu erledigen hast, dann ist es wichtig, sich bewusst zu sein, was im Geist vor sich geht. Bist du besorgt, fühlst du Stress oder Unsicherheit, oder bist du entspannt?

   Für jeden, der daran interssiert ist, auch im täglichen Leben zu meditieren, ist es wichtig, immer wieder zu prüfen, was in seiner Psyche geschieht. Reagiert sie, oder antwortet sie? Zwei interessante Worte. Auf eine Situation antworten bedeutet, in einer gegebenen Situation das Notwendige zu tun, ohne automatisch zu reagieren. Reagieren heisst, sich Sorgen zu machen, Angst zu haben, Spannung und Stress zu fühlen und so weiter. Da ihr immer noch menschlich seid, und immer noch lernt, ist es ganz natürlich, dass wir in bestimmten Situationen anfangen zu reagieren. Wenn du aber in der Lage bist, selbst zu der Zeit, in der du ragierst, bewusst und aufmerksam zu sein, dann kannst du zumindest später, wenn dafür wieder Raum und Klarheit ist, wenn du dich von der Emotion erholt hast, zurückblicken und herausfinden: Warum hab ich reagiert? Warum konnte ich nicht auf die Situation antworten? Dann lernen wir von unseren Fehlern. Wir können sogar von unseren Reaktionen lernen.

    Diese Art der Selbsterforschung muss geschehen, ohne dass du dir Minuispunkte gibst. Du musst es unbedingt liebevoll, sanft und spielerisch tun. Dann kannst du damit experimentieren, du kannst dir sagen, wollen wir mal sehen, wie es morgen sein wird. Werd ich wieder reagieren, oder werde ich antworten? Und wenn ich regiere, wie lange wird das andauern? Du gehst also ganz offen und unbeschwert daran zu sehen, was geschehen wird. Das sind sehr schöne und interessante Gesichtspunkte der Meditation: ausprobieren, mit dir selbst zu experimentieren. Wir können jede Situuation ausprobieren, erforschen und davon lernen.

    Wir haben noch Zeit für eine letzte Frage, bitte."

Frage:
"Ich bin mir bewusst, dass ich mir meiner Gedanken bewusst bin, und in dem Fall kann ich mich nicht auf die Meditation konzentrieren. Was kann ich da tun?"

Godwin:
    "Die Frage ist, wenn ich richtig verstanden habe, wenn du Gedanken beobachtest, dann ist das keine Meditation. Wenn das keine Meditation ist, was ist genau die Frage die du nicht verstanden hast?"

"Die Frage war, wenn man meditiert, ist man sich der vorbeiziehenden Gedanken bewusst, das ist so weit okay. Aber wenn man sich bewusst ist, dass man sich der Gedanken bewusst ist, dann stört das die Konzentration."

Godwin:
    Das ist auch etwas, was wir uns merken sollten, dieses Wort "Konzentration". Wer genau zugehört hat, wird sich erinnrn, dass ich das Wort "Konzentration" nicht gebraucht habe. Weil es das ist, was ein Vakuum schafft. Das ist es, was Leiden verursacht. Ich würde sagen, wenn der Geist konzentriert ist, nimm einfach wahr, der Geist ist konzentriert, und wenn er nicht konzentriert ist, dann nimm auch das einfach wahr. Wo ist da das Problem?

   Wenn wir meditieren, ist es sehr wichtig, keinerlei Erwartungen zu haben, keine Vorstellung oder ein Modell von dem, was sein sollte oder nicht sein sollte. In der Zen-Tradition wird das sehr schön beschrieben: Einen Anfänger-Geist zu haben, oder der "Ich-weiss-nicht- Geist".

   Erwartung ist es, was das Leid im Leben verursacht. Wenn wir Erwartungen haben, und die Realität nicht unseren Erwartungen entspricht, dann leiden wir im Leben, und so verursachen wir auch Leiden in der Meditation.

    Wenn wir meditieren ohne Erwartungen, dann versuchen wir einfach nur von Moment zu Moment zu wissen, was ist. Es ist sehr wichtig, beim Meditieren keinerlei Beurteilungen abzugeben.

   Jemand erwartet vielleicht, konzentriert zu sein, und wenn er denkt, er ist konzentriert, dann gibt er sich ein dickes Plus, und hält an der Konzentration fest, und so entsteht Anspannung. Und wenn der Geist nicht konzentriert ist, gibts ein fettes Minus. So beurteilen wir in der Meditation ständig, das ist gut, das ist nicht gut, plus und minus, und genau so machen wir es im täglichen Leben.

   Also bitte, wenigstens beim Meditieren, lernt, einfach offen zu sein, für was immer geschieht."


Meditation:

    Bitte sitzt entspannt und gerade. Es ist wichtig, mit einem entspannten Körper zu sitzen. Wir machen hier nichts Besonderes, also könnt ihr euch ruhig entspannen.

    Lasst uns ein wenig Zeit mit dem Körper verbringen. Nur den Körper fühlen. Die unterschiedlichen Empfindungen, die verschiedenen Bewegungen im Körper.

   Wenn Gedanken kommen, lass sie los und komm zurück zum Körper. 

   Den Körper fühlen ist eine Sache, über den Körper nachdenken, ist eine andere, seht bitte den Unterschied.

    Hier lernen wir, den Körper zu fühlen.

   Lasst uns lernen, freundlich, sanft und nett für unseren Körper zu fühlen.

    Lasst uns jetzt fühlen, wie es ist, wenn der Körper vollkommen ruhig ist.

    Erlaubt dem Körper jetzt, ganz natürlich zu atmen.

    Es ist nicht nötig, den Atem zu kontrollieren oder zu beeinflussen, das natürliche Atmen zu beeinflussen.

    Lasst uns ein paar Minuten damit verbringen, dem Körper einfach zu erlauben, zu tun, was er will.

    Fühle einfach, was im Körper geschieht, wenn er atmet. 

   Die verschiedenen Empfindungen, die unterschiedlichen Bewegungen, wenn der Körper atmet.

    Kannst du irgendetwas an den Nasenlöchern spüren? 

   Fühlst du etwas in der Brust?

   Spürst du, wie der Bauch sich auf- und abbewegt?

    Den gegenwärtigen Moment erleben, mit der Hilfe der Empfindungen und Bewegungen in unserem Körper, denn sie geschehen jetzt.

    Wenn der Körper einatmet, weisst du, der Körper atmet ein. Wenn der Körper ausatmet, weisst du, der Körper atmet aus.

    Nicht an die Vergangenheit denken, nicht an die Zukunft denken.

   Erfahre die Freude des gegenwärtigen Augenblicks, mit der Hilfe des Ein- und Ausatmens.

    Versuche nicht, die Gedanken zu stoppen oder zu kontrollieren.

    Wenn da Gedanken sind, weiss einfach, da sind Gedanken und komm zurück zu deinem Freund, dem Atem.

    Fühl dich entspannt mit deinem Atem.

    Lasst uns sanft und freundlich fühlen für unseren Körper und unseren Geist.

    Kein Lob und kein Tadel für das, was geschieht. Nur immer wissen, was ist.

    Nun öffne langsam deine Augen, und wenn du deine Position veränderst, dann tu es bitte langsam und bewusst. Und bitte glaube nicht, dass die Meditation nun vorüber ist.

    Beobachte einfach weiter, was in Geist und Körper geschieht, von Augenblick zu Augenblick.

 
 

Der 5. Tag
top