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In unser von falsch interpretierten christlich Werten geprägten Gesellschaft wird Liebe zu sich selbst gleichgesetzt mit Selbstsucht, Egoismus, Rücksichtslosigkeit. Kein Wunder, denn das gängige Konzept von Liebe basiert auf Besitzanspruch, Bedürfnisbefriedigung und Angst vor der Einsamkeit.

Je näher uns ein Mensch steht, je lieber wir ihn haben, desto grösser ist das Bedürfnis nach Kontrolle, die Enttäuschung über unerfüllte Erwartungen und der Anspruch an unsere ganz persönliche Vorstellung von Vollkommenheit. Wenn der Mann der Nachbarin fremdgeht, der Sohn der Kollegin die Schule schwänzt, das ist leicht zu verstehen und zu verzeihen. Aber wenn es um die eigene Familie geht, ist unsere Toleranz sehr viel geringer. Oft zerstören wir dann das, was wir vorgeben zu "lieben".

Um diese Art der Liebe geht es hier nicht. Es geht auch nicht darum, uns selbst masslos zu verwöhnen, uns Anderen überlegen zu fühlen oder uns gedankenlos jeder Lust und Laune hinzugeben.

Wenn wir aufhören wollen, in der sinnleeren Seifenblasen-Illusion von coolen Trademarks, verblödenden Fernsehstunden und Fast Food im Automatikmodus zu leben, wenn wir Dinge, Menschen und die Welt sehen wollen, wie sie sind, brauchen wir ein gutes Verhältns zu uns selbst. Denn nicht alles, was wir auf unserer spirituellen Reise entdecken, ist geeignet, reine Freude zu erwecken. Vor allem die Reise ins Innere kann ganz unerwartete und unerfreuliche Entdeckungen bringen.

Stille, Alleinsein, unvoreingenommene Wahrnehmung sind für die meisten Menschen unerträgich. Wir brauchen bei der Hausarbeit ein Radio im Hintergrund, eine Illustrierte im Wartezimmer, ein Buch beim Sonnenbad, iPod, Handy und Parfüm, damit wir uns nicht selber riechen müssen. Wir verbringen unser Leben in einer Art Halbschlaf, mehr oder weniger hilflose Opfer der Konsumgesellschaft.

Was wir dabei versäumen, sind Gefühle, wie wir sie aus dem Alltag nicht kennen: Schönheit der Stille, innere Verbundenheit mit der Natur im weitesten Sinne, die ungetrübte Wahrnehmung der Dinge und Wesen um uns, dauerhaftes Glücklichsein weitgehend unabhängig von äusseren Umständen, die Fähigkeit zu wirklicher, toleranter und mitfühleder Liebe, die man vielleicht definieren könnte als ungetrübte Freude am Dasein und Wohlergehen aller Lebewesen, einschliesslich dem Kaktus auf dem Fensterbrett und und selbst.

Dies alles und noch viel mehr lernen wir durch Meditation. Wir lernen liebe, die uns selbst und andere glücklich macht durch metta-Meditation. Die Meditation der universellen Freundlichkeit.

Und die beginnt immer mit uns selbst.

"Möge es mir gutgehen, möge ich frei sein von Leiden und voller innerer Ruhe. Ich verzeihe mir die Fehler, die ich gemacht habe und versuche daraus zu lernen. Ich bin mir selbst ein guter Freund."

Denn wenn wir selbst glücklich und ausgeglichen sind, werden wir dieses Gefühl an andere weiter vermitteln. Wenn wir uns selbst unsere Fehler verzeihen können, fällt es uns leichter, auch Anderen zu vergeben. Wenn wir unsere Motivationen verstehen, unsere Unvollkommenheiten akzeptieren und realistische Erwartungen an uns selbst haben, werden wir diese Erkenntnisse auch auf Andere anwenden und damit uns und unseren Mitmenschen das Leben leichter und angenehmer machen.

Wenn wir dieses freundliche, warme Gefühl für uns im Herzen spüren, können wir versuchen, es auf die Menschen auszuweiten, die wir gern haben.

"Möge meine Familie glücklich sein und frei von Leiden. Ich akzeptiere und verzeihe die Fehler und Unzulänglichkeiten aller Menschen, die ich besonders gern habe."

Das ist eigentlich sehr einfach, denn niemand wünscht seinen Lieben wirklich etwas Schlechtes. Aber nur selten denken wir mit liebevollen Gedanken an die Menschen, die wir nicht so sehr mögen, für die wir Abneigung, vielleicht sogar Hass empfinden.Wenn wir versuchen, auch diese Menschen zu verstehen, ihnen zu verzeihen und ihnen Gutes zu wünschen, tun wir uns selbst damit den grössten Gefallen, weil unsere negativen Gefühle ja keineswegs angenehm sind. Weil wir besser schlafen, wenier negative Gedanken haben und bei einer Begegnung mit diesen Menschen ausgeglichener und rationaler sind.

"Mögen die Menschen, die ich nicht mag, die ich verabscheue, glücklich sein und frei von Leiden. Ich verzeihe diesen Menschen, was sie mir angetan haben. Ich versuche zu verstehen, warum diese Menschen mich verletzt haben."

Das ist natürlich erstmal gar nicht so einfach. Aber Wiederholung und wachsende Einsicht können zu ganz erstaunlichen Ergebnissen führen. Und unser Ziel ist ja diese interessante universelle Liebe.

"Mögen alle Wesen glücklich sein und frei von Leiden."

 

Metta Sutta

Wem klargeworden, dass der Frieden des Geistes

das Ziel seines Lebens ist,

der bemühe sich um folgende Gesinnung:

Er sei stark, aufrecht, gewissenhaft,

freundlich, sanft und ohne Stolz.

Genügsam sei er, leicht befriedigt,

nicht viel geschäftig und bedürfnislos.

Die Sinne still, klar der Verstand,

nicht dreist, nicht gierig sei sein Verhalten.

Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,

wofür ihn Verständige tadeln könnten.

Mögen alle Wesen glücklich sein und Frieden finden.

Was es auch an lebenden Wesen gibt:

Ob stark oder schwach, ob groß oder klein,

ob sichtbar oder unsichtbar, fern oder nah,

geworden oder werdend –

mögen sie alle glücklich sein.

Niemand betrüge oder verachte einen anderen.

Aus Arger oder Übelwollen wünsche man

Keinem irgendwelches Unglück.

Wie eine Mutter mit ihrem Leben,

ihr einzig Kind, beschützt und behütet,

so möge man für alle Wesen und die ganze Welt

ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken:

ohne Hass, ohne Feindschaft, ohne Beschränkung

nach oben, nach unten und nach allen Seiten.

Im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen,

entfalte man eifrig diese Gesinnung:

Dies nennt man Weilen im Heiligen.

Wer sich nicht an Ansichten verliert,

Tugend und Einsicht gewinnt,

dem Sinnengenuß nicht verhaftet ist –

für den gibt es nie mehr Geburt.


Oscar Wildes Zitat "Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze!" bewahrheitet sich somit auf eine ganz andere als von ihm gemeinte Weise. Universelle Freundlichkeit ist der erste Endlose Zustand (Appamañña). Damit verringert sich aller Hass, Ärger, Unmut,Reizbarkeit, Widerstand, Sturheit, geistige Unbeweglichkeit und die daraus entstehenden negativen Gefühle.

"Die Befreiung des Geistes durch Universelle Freundlichkeit ist 16 mal mehr wert, als jeder Verdienst durch gute Taten."


(Metta-Ceto-Vimutti)

metta sutta

metta Meditation

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