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von
Phra Ajaan Suwat Suvaco


Aus dem Thailändischen ins Englische übersetzt von Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk

Aus dem Buch "A Fistful of Sand"
Copyright © 1999 Thanissaro Bhikkhu

Nur zur unentgeltlichen Verteilung. Der Ausdruck dieses Werkes zum persönlichen Gebrauch ist gestattet. Dieses Werk darf für den Gebrauch auf Computern und in Computernetzen umformatiert und weiterverteilt werden, vorausgesetzt für Verteilung oder Gebrauch wird keinerlei Bezahlung verlangt. Alle sonstigen Rechte vorbehalten.

Wenn der Geist von Meditierenden durch Achtsamkeit und Einsicht wahres Glück im Dhamma erreicht hat, wenn die vier edlen Wahrheiten klar erkannt sind, dann wird keiner von ihnen -- nicht einer -- wieder darauf verfallen, in der Welt oder materiellen Dingen nach Glück zu suchen. Das kommt daher, weil Glückseligkeit im Dhamma ein dauerhaftes Glück ist: fest, lauter und wahrhaft rein. Wenn man weltliches Glück mit dem Glück des Dhamma vergleicht, wird man erkennen, dass jenes nicht im geringsten etwas mit wirklichem Glück zu tun hat. Es bringt nur Beschwerden, nur Nachteile. Aber warum glauben wir dann, es sei Glück? Weil wir ständig von Schmerzen gequält werden. Um unsere Schmerzen zu lindern, schauen wir uns nach Glück und Freuden in der Welt um. Für eine Weile gehen sie weg, aber dann kommen sie wieder.

Zum Beispiel hat der Buddha gesagt, dass Geburt Leiden ist, aber gewöhnliche Leute sehen darin etwas Erfreuliches. Wir erkennen nicht, dass Leid und Schmerz beteiligt sind. Aber hat der Geist erst das Glück des Dhamma erreicht, dann kann er erkennen, dass Geburt wirklich leidbehaftet ist, genau wie der Buddha gesagt hat. Der Grund dafür, dass wir uns ständig für uns bemühen müssen, uns ständig um uns selber kümmern müssen, und trotzdem keinen Frieden finden, liegt darin, dass uns diese geborenen Dinge laufend heimsuchen. Wir setzen uns hin und erreichen durch das Hinsetzen etwas Wohl und Erleichterung, aber nach einer Weile wird es wieder schmerzhaft. Wir sagen, dass es gut tut, sich hinzulegen, aber das gilt nur ganz am Anfang. Wenn wir lange gelegen haben, fängt es an, unangenehm zu werden. Also müssen wir ständig neue Körperhaltungen einnehmen, damit wir uns wohlfühlen. Wir suchen dauernd nach diesem oder jenem, aber kaum haben wir auch nur ein wenig Wohl davon gehabt, folgen ihnen Leiden und Schmerz auf dem Fuß. Leben wir mit Heim und Familie in trautem Zusammensein, gibt es nur wenige Freuden, die uns täuschen und zum Narren halten, aber es gibt dafür hunderte und tausende unangenehmer Sachen. Glück und Freude von äußeren, materiellen Dingen reichen nie aus. Sie vergehen und vergehen, und wir nutzen uns ab, ohne Sinn und Zweck. Deswegen kommen diejenigen, die den Dhamma erreicht haben, nicht in diese Welt voller Kummer und Mühe zurück.

Und darum möchte ich, dass ihr euch beim Meditieren anstrengt und die Dinge gemäß dem Dhamma betrachtet. Selbst wenn ihr noch nicht vom Dhamma überzeugt sein solltet, macht Buddhas Lehren wenigstens zu eurer Arbeitsgrundlage. Wenn der Buddha, zum Beispiel, über die Drei Merkmale Unbeständigkeit, Unzulänglichkeit und Nicht-Selbst spricht, sollten wir unseren Geist darin üben, gemäß seiner Lehre zu sehen. Versucht es einmal. Zum Beispiel sagt er, dass dieser Körper hier mit allerlei unreinen Dingen angefüllt ist. Wir mögen damit nicht einverstanden sein, aber versucht einfach einmal zu sehen, was passiert, wenn ihr die Dinge gemäß seiner Lehre betrachtet. Er sagt, sie sind unrein. Atthi imasmim kaye -- am Körper gibt es: Kopfhaare, und sie sind nicht rein; Körperhaare, und sie sind unrein; Nägel, und sie sind nicht rein. Verwerft die Unterweisungen Buddhas nicht vorschnell. Schaut euch die Dinge genau an, um zu erkennen, ob sie wirklich unrein sind oder nicht. Wenn der Geist immer beständiger bei diesen Dingen verweilt und ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit aufkommt, enthüllt sich die innere Wahrheit dieser Dinge allmählich immer deutlicher. Zuversicht in den Dhamma, in die Übung wird auftauchen. Innere Kraft wird sich entfalten, da wir mehr sehen wollen. In dem Maße, in dem dieses Gewahrsein sich verstärkt, wird der Geist heller und ruhiger. So übt man richtig. Wenn ihr nach Hause geht, erinnert euch an diesen einfachen Grundsatz: Meditieren heißt den Körper betrachten, heißt den Geist betrachten.

Benutzt eure Achtsamkeit, um dem Körper an sich auf der Spur zu bleiben, damit ihr ihn wahrheitsgemäß erkennt. Wenn ihr den Körper nicht betrachtet, dann schaut euch den Geist als solches an. Wenn ihr die Bewegungen von Körper und Geist beobachtet, die Freuden und Schmerzen, die so oft auftauchen, dann werdet ihr Aufmerksamkeit und Geschick entwickeln. Ihr werdet lernen, wie man mit den Dingen gemäß Buddhas Lehren umgeht. Ihr werdet die Einsicht entwickeln, welche die Wahrheit sieht und erkennt. Ihr werdet die Dinge immer klarer sehen. Je klarer ihr die Dinge seht, um so stärker und ruhiger wird der Geist werden. Ihr werdet den Körper als leidbehaftet und unrein erkennen, aber ihr müsst euren Geist hüten, indem ihr euch stets der Tatsache bewusst bleibt, dass das Leiden und die Unreinheit dabei eine Sache des Körpers sind, nicht des Geistes.

Der Körper war auch vorher schon unrein. Wir haben bereits die ganze Zeit damit gelebt, also gibt es keinen Grund, sich vor dem Anblick dieser Dinge zu fürchten, keinen Grund, sie abzulehnen. Wir sollten den Körper so betrachten, dass sich ein Gefühl der reumütigen Abkehr davon erhebt. Wenn ihr den Körper loslasst, lasst ihn auf einsichtsvolle Weise los. Nicht auf solche Weise, dass Verwirrung und falsches Verständnis den Geist überkommen. Ekelt euch nicht vor dem Körper, so dass der Geist ruhelos und aufgewühlt wird und aufhört, zu meditieren. Diese Art von Abneigung ist falsch. Wenn wir Dinge anschauen, die wir nicht mögen -- zum Beispiel die Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Unschönheit des Körpers --, erinnert euch daran, dass sie Teil der edlen Wahrheiten sind. Der Buddha sagte, dass sie heilsam sind. Die Unschönheit des Körpers zu betrachten ist sehr heilsam, weil es einem wichtigen Zweck dient. Wenn wir den Körper auf diese Weise richtig sehen, unterstützt das entstehende Gefühl der Ernüchterung den Geist dabei, ruhig zu werden. Und das wird unsere Illusionen und falschen Vorstellungen heilen. Das ist der Grund, warum man bei der Ordination einem Mönch als allererstes die fünf Meditationsthemen beibringt -- kesa, Kopfhaare; loma, Körperhaare; nakha, Nägel; danta, Zähne; taco, Haut -- als Mittel, um Einsicht und Wahrheitsblick zu entwickeln.

Also bleibt bei diesen Themen und betrachtet sie, egal ob der Geist ruhig ist oder nicht. Betrachtet sie, wann immer ihr einen Augenblick freier Zeit habt. Man kann sie sogar bei der Arbeit betrachten. Betrachtet sie, bis ihr zu den kleinsten Details auf solche Weise vorgedrungen seid, dass sich ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit erhebt.

Es ist ähnlich wie wenn man mit körperlicher Arbeit sein Brot verdient. Wir erhalten Geld für jede Stunde Arbeit, die wir leisten. Je mehr Stunden wir arbeiten, desto höher ist unsere Entlohnung. Aber wenn man gierig wird und ohne Ruhepause arbeitet, erschöpft sich der Körper, wird der Geist schwach, und man kann nicht weiterarbeiten. Also muss man ausruhen und essen, um Körper und Geist zu regenerieren. Obwohl man für die Zeit, in der man ausruht, nicht bezahlt wird, ist man bereit, diesen Verlust hinzunehmen, damit Körper und Geist sich erholen können und man nach der Ruhepause wieder an die Arbeit gehen kann.

Mit dem Meditieren ist es genauso: wenn man immer nur betrachtet und untersucht, dauert es nicht lange, bis der Geist unruhig und zerfahren wird. Also muss man den Geist wieder zur Ruhe bringen, damit er nicht unruhig wird. Wird er unruhig, hat er keinen Frieden. Er kommt völlig durcheinander und wird des Meditierens überdrüssig. Also übt euch eine Weile in der Betrachtung, bis ihr spürt, dass der Geist aufhören und sich ausruhen möchte, dann konzentriert euch wieder auf die Ein- und Ausatmung oder was sonst euch als Sammlungspunkt für den Geist dient. Lasst nach und nach von der Betrachtung ab, lasst den Geist sich allmählich wieder etwas setzen, damit ihr aus dem Gefühl des Wohlgefallens und der Leichtigkeit, die daraus resultieren, wieder Kraft schöpfen könnt. Macht euch keine Gedanken, ob ihr vielleicht zu lange so bleibt. Auch wenn der Geist anscheinend keine neuen Erkenntnisse gewinnt, kümmert euch nicht darum. Es ist wie das Ausruhen bei körperlicher Arbeit: obwohl euer Chef euch kein Geld für die Stunde gibt, in der ihr ausruht, tut ihr es doch, um wieder Kraft zu gewinnen -- in diesem Fall geistige Kraft.

Das ist der Grund, warum die Edlen Nachfolger ständig Vertiefung üben, ständig den Geist zur Sammlung bringen. Nachdem sie bei der Betrachtung an einen Punkt gelangt sind, wo der Geist ermüdet, lassen sie ihn wieder ruhig werden. Wenn er dann genügend Ruhe hatte, gehen sie wieder zur Betrachtung über. So sollten wir üben. Wenn wir auf diese Weise üben, wird der Geist kräftiger und stärker und erlangt Einsichtsfähigkeit bis zur Auflösung von allem Wehe und Leiden, indem er die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind. Die Frage, die vor einiger Zeit gestellt wurde -- wie man üben soll, wenn man wieder zuhause ist -- war eine sehr gute Frage. Die Antwort lautet: kümmert euch um euren Geist, wie ich es hier beschrieben habe. Übt, indem ihr eure eigene Fähigkeit zu Achtsamkeit und Einsicht entwickelt.

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