zurück




Video Blindenheim
(Kalkutta)

ZUM TIERSCHUTZ


blinder Inder

© sv-film




    Wir leben in einer globalen Welt, in der Menschenschutz eigentlich viel wichtiger wäre als Tierschutz. Hunger, Krankheit, Hoffnungslosigkeit sind der Alltag der Mehrheit aller Menschen. Wir vergessen das. Und vergessen es gerne. Wer möchte schon von Bitesta hören, die als Baby blind, taub und stumm von Hunden in einer Mülltonne gefunden wurde. Sie lebt jetzt in einem Heim für Blinde Kinder im Süden Kalkuttas. Sie hat Glück gehabt.

 

 

Bitesta

© sv-film

 



    Ihre Eltern sind keine schrecklichen Ungeheuer, sondern Menschen, die so arm sind, dass sie sich selbst kaum am Leben erhalten können. Wie sollen sie ein so stark behindertes Kind mit durchfüttern? Eine Tat der absoluten Verzweiflung, und leider kein ganz so seltener Fall in Indien.

    Immer, wenn es kalt wird, erfrieren in Nordindien einige tausend Menschen, weil sie keine Decken, Pullover, und nicht mal einen alten Autoreifen oder ein bischen Müll zum Feuermachen haben. Trinkwasserversorgung, Schulen, Ausbildung, ausgewogene Ernährung? Aber das ist alles weit weg, irgendwo in Asien oder Afrika.



© sv-film

   Erinnern wir uns noch an Bruno? Wir erwarten selbstverständlich, dass z. B. die Srilankesen sich ihre Dörfer und Felder von Elefanten zertrampeln lassen. Wegen dem Artenschutz. Aber ein Bär in Bayern? Da hat man ja Angst um sein Leben! Wie kann man so etwas zulassen?

    Nette Hündchen, natürlich nicht zu alt, niedliche Kätzchen, vielleicht mal ein Esel, Pferd oder Kanarienvogel - darauf beschränkt sich der Tierschutz im Allgemeinen. Zuhause schlagen wir bei jeder Spinne und jedem Käfer erbarmungslos mit der Chemiekeule zu. Mäuse, Ratten und Maulwürfe betrachten wir weitgehend als Ungeziefer, und während wir uns im Wohlgefühl sonnen, etwas für den Tierschutz zu tun, kauen wir genüsslich eine leckere Rostbratwurst.


Katze


    Natürlich können wir nicht alle pötzlich Vegetarier werden - obwohl das die Ausgaben für das Gesundheitswesen erfreulich senken würde, und wir müssten keine Angst mehr haben, nach dem nächsten Döner so richtig krank zu werden. Aber darüber nachdenken sollten wir vielleicht doch ab und zu. Sind Schweine und Rinder keine Tiere? Könnten wir wirklich unser Steak unbeschwert geniessen, wenn wir uns beim Essen bewusst machen würden, was wir da essen? Schlachthausszenen mit verängstigt schreienden Tieren, Ströme von Blut?

    Nein, wir sind abgestumpft, konditioniert, leben die meiste Zeit im Automatik-Modus. Wie auf so vielen Gebieten, machen wir einfach, was alle machen, was wir im Fernsehen sehen, was die Werbung uns eintrichtert. Wenn die Medien gerade eine USA-feindliche Phase durchleben, gehen wir zu Hunderttausenden auf die Strasse für den Frieden. Ansonsten lassen wir uns einschläfern mit schönen Worten. UNO Friedenstruppen (Was tun die, wenn sie angegriffen werden?), Verteidigungsministerium (Müssen wir uns wirklich in Afghanistan oder im Libanon verteidigen?)

    Aber zurück zum Tierschutz. Wenn Tierschutz intelligenter wird und sich nicht nur auf ein paar Kuscheltierchen beschränkt, sondern zu Liebe und Respekt wird für alles, was lebt, dann ist Tierschutz auch Menschenschutz. Und dann leben wir alle in einer besseren Welt.